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Cannabis
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Fazit

Generell gilt es zu bedenken, dass die im Rahmen von Bevölkerungsbefragungen gewonnenen Angaben zum Cannabisgebrauch die realen Anteile Cannabiskonsumierender vermutlich unterschätzen, da der Gebrauch von Cannabinoiden in der Schweiz unter Strafe steht. Dies mag dazu führen, dass in Befragungen wie CoRolAR oder SGB Personen nicht immer bereit sind, ihren Cannabisgebrauch korrekt anzugeben.

Die Zahlen der CoRolAR-Befragung 2016 belegen erneut, Cannabis ist ein Phänomen der Jugend. Besonders die Altersgruppen unter 35 Jahren gebrauchen aktuell Cannabis. Während 3.1% aller Befragten angaben, in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Cannabis genommen zu haben, beträgt dieser Anteil 9.4% bei den 15- bis 19-Jährigen und fällt auf 6.0% bei den 25- bis 34-Jährigen. Zudem nahmen Frauen seltener in den letzten 30 Tagen Cannabis als Männer (1.8% resp. 4.6%). Und bezüglich der Sprachregionen war der aktuelle Gebrauch in der französisch- (3.6%) und der deutschsprachigen Schweiz (3.1%) etwa höher als in der italienischsprachigen Schweiz (1.9%).

Der Anteil der Personen, die während der vergangenen 12 Monate Cannabis genommen haben, lag mit 7.3% etwa doppelt so hoch wie der Gebrauch während der letzten 30 Tage (3.1%). Beim Geschlecht, Alter und der sprachregionalen Verteilung lassen sich dieselben Tendenzen wie bereits beim Gebrauch während der letzten 30 Tage beobachten. Befragt zum mindestens einmaligen Gebrauch in ihrem Leben, gaben mehr als ein Drittel aller Befragten an, Cannabis genommen zu haben (33.8%).

Gemäss im Rahmen der CoRolAR-Befragung 2016 durchgeführten Schätzungen weisen etwa 1.1% der Schweizer Bevölkerung einen problematischen Gebrauch von Cannabis auf. Sowohl die Angaben pro Altersgruppe der CoRolAR-Befragung als auch die im Rahmen des Cannabismonitorings erhobenen Daten (obwohl nicht direkt vergleichbar) deuten darauf hin, dass der Anteil problematisch Gebrauchender unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen höher ist als in höheren Altersgruppen.

Bei Betrachtung der zeitlichen Entwicklungen der im Rahmen der SGB erhobenen Daten zeigt sich bei der Lebenszeitprävalenz eine deutliche Verschiebung ehemalig hochkonsumierender Kohorten in höhere Altersgruppen. So nimmt sie bei den 30- bis 34-Jährigen kontinuierlich zu, in einer Kohorte also, die vor 10 Jahren (damals 20- bis 24-Jährig) bereits hohe Konsumanteile aufwies.

Betrachtet man schliesslich noch die Ergebnisse von Schülerbefragungen, so zeigt sich, dass gemäss der HBSC-Studie 2014 knapp zwei von zehn 14-Jährigen und ein Viertel der 15-Jährigen in ihrem Leben Cannabis genommen haben.

QuellenContinuous Rolling Survey on Addictive Behaviours and Related Risks (CoRolAR) (2011-2016) und Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) (1992, 1997, 2002, 2007, 2012) für die Schweizerische Gesamtbevölkerung; Cannabismonitoring (2004, 2007, 2010), Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) (1994, 1998, 2002, 2006, 2010, 2014) für Jugendliche.
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