Startseite
 
Schlaf- und Beruhigungsmittel
» Mortalität
QuellenDie Todesursachenstatistik (BFS) ist die wichtigste Quelle für Daten bezüglich der Mortalität aufgrund einer Medikamenteneinnahme. Die Statistiken des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) enthalten zudem Daten zu den Suiziden mittels einer Medikamenteneinnahme.

Ab 2009 wurden Fälle von selbstverschuldeter Vergiftung im Rahmen von Sterbehilfe von der Todesursachenstatistik ausgeschlossen, weshalb die Anzahl der dokumentierten Todesfälle infolge einer Medikamenteneinnahme deutlich sank (2008: 312 Fälle, 2009: 64 Fälle; vgl. Tabelle BFS - Anzahl Todesfälle infolge von Medikamentenmissbrauch, nach Alter (1995-2015)). Seit 2009 schwankt die Anzahl der Todesfälle zwischen 65 (2010) und 39 (2012) und unterscheidet sich zwischen Männern (Tabelle) und Frauen (Tabelle) kaum. Während zwischen 1995 und 2008 jeweils eine Zunahme der Todesfälle mit dem Alter beobachtet werden konnte, sind Tendenzen nach dem Alter seither weniger auffällig.

Betreffend die Diagnosearten waren sowohl Fälle von akzidentellen Vergiftungen durch Exposition gegenüber Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika, Antiparkinsonmitteln und psychotropen Substanzen (2009 durch den Ausschluss der Fälle von Sterbehilfe aus der Kategorie der vorsätzlichen Selbstvergiftungen nicht betroffen) wie auch Todesfälle in Verbindung mit durch Sedativa oder Hypnotika ausgelösten psychischen und Verhaltensstörungen relativ selten (vgl. Tabelle).

Die Todesfälle aufgrund einer vorsätzlichen Selbstvergiftung können mit der durch das Obsan publizierten Suizidstatistik verglichen werden (Tabelle). Gemäss diesen Daten machen Suizidversuche mittels einer Medikamenteneinnahme mehr als die Hälfte aller Selbstmordversuche aus. Allerdings liegt die Anzahl letaler Fälle sehr tief. So liegt der jährliche Durchschnitt von Selbstmordversuchen zwischen 2004 und 2006 bei 4'043 Fällen, 318 können der Einnahme von Medikamenten zugeschrieben werden. Frauen nehmen deutlich häufiger als Männer Medikamente mit dem Ziel, sich umzubringen.

BFS - Anzahl Todesfälle infolge von Medikamentenmissbrauch*, nach Alter (1995-2015)

Alter
0-1415-1920-2425-2930-3435-3940-4445-4950-5455-5960-6465-6970-7475+Total
1995.114981141187151533127
1996..35872013151120171749185
1997..5466118101710101259158
19981152410107111114131962170
19991233641013197671557153
2000.316313121411914142459183
2001.2242121811182216141989229
2002221444612122022181890215
2003.3.2388141421171126122249
2004..2138611720232434113252
2005.113351071615211731128258
2006.1137411111324182524131273
2007.165271314827212833149314
2008.113699141923274619135312
2009..2147118663111464
2010..31225111178.21365
2011.1222178685.4652
2012..13322346322839
2013..132217847741662
2014.1122312744.31343
2015..3.243765324948
Anmerkungen:Vom BFS registrierte Todesfälle gemäss den ICD-10 Codes F13 (psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika), X41 (akzidentelle Vergiftung durch und Exposition gegenüber Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika, Antiparkinsonmitteln und psychotrope Substanzen), X61 (vorsätzliche Selbstvergiftungen) und Y11 (Vergiftung durch und Exposition gegenüber Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika, Antiparkinsonmittel und psychotrope(n) Substanzen).
* Ab 2009 schliesst die Kategorie X61 assistierte Suizide aus.
Quelle:Mitteilung des Bundesamtes für Statistik (BFS: Todesursachenstatistik).
top

 

www.substitution.ch