Startseite
 
Multipler Substanzgebrauch
» Marktbezogene Aspekte und Regulierungen

Da die Verkaufsstatistiken zu legalen Substanzen wie Alkohol und Tabak nicht auf individuelle Verhaltensweisen gestützt sind, ist es nicht möglich, aus ihnen Schlüsse zur Entwicklung des gemeinsamen Konsums zu ziehen. Auch ist es nicht möglich, die Entwicklung des gemeinsamen Gebrauchs von legalen und illegalen Substanzen auf der Basis von Verkaufsstatistiken auf der einen Seite und den Statistiken zu den Beschlagnahmungen oder Verzeigungen andererseits zu verfolgen.

Bezüglich der illegalen Substanzen zeigt die Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), dass zwischen 2009 und 2016 die Verzeigungen für den Gebrauch mehrerer Substanzen etwa 15% aller Verzeigungen wegen Betäubungsmittelgebrauchs ausmachten (Abbildung).

Die am häufigsten registrierten Substanzkombinationen entsprechen den Substanzen mit den höchsten Prävalenzraten für den aktuellen Gebrauch. So kamen Verzeigungen wegen der gleichzeitigen Einnahme von "Cannabis + Stimulanzien", "Cannabis + Opioide" und "Stimulanzien + Opioide" am häufigsten vor (vgl. Abbildung BFS - Verzeigungen aufgrund Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz: Kombinationen von mindestens zwei Substanzen (2009-2017)). Bezüglich der häufigsten Kombinationen können zwischen 2013 und 2017 nur wenige Veränderungen beobachtet werden. Trotzdem scheint der Konsum von "Cannabis + Stimulanzien" im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren und insbesondere ab 2011 anzusteigen. Dagegen scheint der Gebrauch von "Stimulanzien + Opioiden" und von "Cannabis + Opioiden" abzunehmen. Die Anzahl der Verzeigungen für andere Kombinationen schliesslich war insgesamt ziemlich tief und scheint über die Zeit ziemlich stabil zu sein.

Es muss aber festgehalten werden, dass die Kategorie der Stimulanzien Kokain, Amphetamine und auch Khat nicht gesondert ausweist. Auch wenn eine deutlich höhere Anzahl von Verzeigungen wegen Kokains (2017: 9'637) als wegen anderer Stimulanzien (z.B. 1'877 für Amphetamine und 1'180 für Ecstasy) erfolgte, wäre es falsch daraus zu schliessen, die Kategorie Stimulanzien enthalte nur Kokain.

BFS - Verzeigungen aufgrund Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz: Kombinationen von mindestens zwei Substanzen (2009-2017)

Quelle:BFS: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)

Betreffend die Kombination von mindestens drei Substanzen kann festgestellt werden, dass trotz einer tendenziellen Abnahme die Kombination "Cannabis + Stimulanzien + Opioide" am häufigsten vorkommt (2016: 425 Fälle). Im Gegensatz dazu hat sich die Anzahl der Verzeigungen in Bezug auf die Kombination "Hanf + Stimulanzien + Halluzinogene" zwischen 2012 und 2014 fast verdoppelt (2016: 211 Fälle; siehe Abbildung).

Ausserdem wurde vom BFS seit 1990 insgesamt eine tendenzielle Abnahme der Verzeigungen aufgrund des Konsums mehrerer Substanzen beobachtet. Abweichungen können hinsichtlich der Kombinationen festgestellt werden: Waren zu Beginn der 90er Jahre noch Kombinationen mit Opioiden, Hanfprodukten oder Stimulanzien am stärksten verbreitet, treten Stimulanzien heute viel häufiger kombiniert mit Cannabisprodukten und etwas weniger häufig mit Opioiden auf (BFS).

top

 

www.substitution.ch